Welche Drohnen versichert sein müssen
Drohnen sind rechtlich unbemannte Luftfahrzeuge. Für ihren Betrieb gilt deshalb § 24j Abs. 3 Luftfahrtgesetz: Die Bestimmungen über Haftung und Versicherung, die für Luftfahrzeuge gelten, gelten auch für Drohnen. Ausgenommen sind nur Drohnen der offenen Kategorie, die nicht registriert werden müssen. Kurz: Wer sich bei Austro Control registrieren muss, braucht auch die Versicherung.
Registrieren muss sich nach Art. 14 der EU-Durchführungsverordnung 2019/947, wer eine Drohne ab 250 Gramm fliegt, eine Drohne mit Kamera oder einem anderen Sensor für personenbezogene Daten, oder eine leichtere Drohne, die bei einem Aufprall mehr als 80 Joule überträgt. Nicht betroffen sind Geräte, die der EU-Spielzeugrichtlinie entsprechen. Für die DJI-Mini-Serie stellt Austro Control ausdrücklich klar: Die Drohnen wiegen unter 250 Gramm, brauchen wegen der Kamera aber Registrierung und Versicherung.
| Drohne | Registrierung | Drohnenführerschein | Luftfahrt-Haftpflicht |
|---|---|---|---|
| Spielzeugdrohne nach EU-Spielzeugrichtlinie | nein | nein | nein |
| unter 250 g mit Kamera, etwa DJI Mini | ja | nein | ja |
| ab 250 g | ja | ja, Online-Kurs und Prüfung | ja |
Quelle: Austro Control, Dronespace, und § 24j Luftfahrtgesetz, Stand 16. September 2026.
Die Registrierung erledigen Sie online über Dronespace. Sie kostet 46,80 Euro und gilt drei Jahre. Dabei geben Sie die Polizzennummer ein, die Polizze selbst laden Sie nicht hoch. Betreiber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, fliegen dürfen Pilotinnen und Piloten ab 16. Bei Minderjährigen registriert sich laut Wiener Städtischer ein Elternteil.
Über 250 Gramm kommt der Drohnenführerschein dazu: ein kostenloser Online-Kurs mit einer Prüfung aus 40 Multiple-Choice-Fragen. Wer in der Unterkategorie A2 fliegen will, legt zusätzlich eine Theorieprüfung bei Austro Control ab, die Anmeldung kostet 69,60 Euro.
Warum die Haushaltsversicherung nicht reicht
Die Privathaftpflicht in der Haushaltsversicherung deckt Drohnen nur, solange sie Spielzeug sind. Die Wiener Städtische schließt dort Drohnen bis 250 Gramm ein, die höchstens 79 Joule Bewegungsenergie erreichen und nicht höher als 30 Meter fliegen. Bei der GRAWE sind Spielzeugdrohnen mitversichert. Der Schutz endet, sobald für die Drohne eine Registrierungs- und damit Versicherungspflicht besteht.
Dahinter steckt das Haftungsrecht. In der Privathaftpflicht geht es meist darum, ob Sie einen Schaden verschuldet haben. Als Halter einer registrierungspflichtigen Drohne haften Sie nach § 148 Luftfahrtgesetz auch ohne Verschulden. durchblicker nennt als Beispiel eine Drohne, die ein plötzlicher Windstoß gegen ein parkendes Auto drückt: Die reine Privathaftpflicht zahlt den Schaden nicht.
Fragen lohnt sich trotzdem. Wiener Städtische, UNIQA und Helvetia führen neben der Haushaltsversicherung eigene Drohnentarife, die Wiener Städtische auch zum Abschluss online.
Wofür Sie als Halter haften
Halter ist nach § 13 Luftfahrtgesetz, wer die Drohne auf eigene Rechnung betreibt und darüber verfügt. Wird bei einem Unfall ein Mensch verletzt oder eine Sache beschädigt, haften Sie dafür, ohne dass Ihnen jemand einen Fehler nachweisen muss.
Diese Haftung ist je Unfall begrenzt. § 151 Luftfahrtgesetz setzt für Luftfahrzeuge unter 500 Kilogramm Höchstabflugmasse 750.000 Sonderziehungsrechte an. Ein Drittel davon ist für Sachschäden vorgesehen, zwei Drittel für Personenschäden. Sonderziehungsrechte (SZR) sind eine Rechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds, ihr Wert in Euro ändert sich täglich.
Am 16. September 2026 war ein SZR laut Internationalem Währungsfonds 1,18653 Euro wert. 750.000 SZR entsprachen damit 889.898 Euro, davon rund 297.000 Euro für Sachschäden und rund 593.000 Euro für Personenschäden.
Die Obergrenze gilt nur für die Haftung ohne Verschulden. Haben Sie den Unfall verschuldet, etwa weil Sie eine Flugverbotszone missachtet haben, haften Sie zusätzlich nach dem ABGB, und das kennt keine Obergrenze. Das stellt § 162 Abs. 2 Luftfahrtgesetz klar.
Geschädigte können ihren Anspruch nach § 166 auch direkt gegen Ihren Versicherer richten. Sie müssen Ihnen den Unfall aber binnen drei Monaten melden, nachdem sie vom Schaden und von Ihnen als Halter erfahren haben. Sonst verlieren sie nach § 155 die Ansprüche aus der Haftung ohne Verschulden.
Was eine Drohnenversicherung kostet
Feste Preise nennen nur wenige Anbieter. Die Wiener Städtische und UNIQA berechnen die Prämie online und geben auf der Produktseite keinen Betrag an. Anders AIR&MORE, ein Makler aus Tirol, der Tarife der R+V vermittelt, und Helvetia:
| Anbieter und Tarif | Versicherungssumme | Jahresprämie | Voraussetzungen |
|---|---|---|---|
| AIR&MORE Mini-Drohnen (R+V) | 1 Mio. € | 39,96 € | bis 450 g |
| Helvetia Drohnenversicherung | 1,5 Mio. € | 42,00 € | leichteste Geräteklasse, privat, Kategorie Open bis 5 kg |
| AIR&MORE Drohnen privat (R+V) | 1 Mio. € | 58,83 € | Kategorie Open, Flug mit Sichtverbindung |
| AIR&MORE Drohnen privat | 3 Mio. € | 79,92 € | wie oben |
| AIR&MORE Drohnen privat | 5 Mio. € | 116,55 € | wie oben |
| AIR&MORE Drohnen privat | 10 Mio. € | 177,60 € | wie oben |
| AIR&MORE privat und gewerblich | 1 Mio. € | 94,91 € | wie oben, auch bezahlte Aufträge |
| AIR&MORE privat und gewerblich | 10 Mio. € | 321,90 € | wie oben |
| Wiener Städtische Luftfahrt-Haftpflicht | 1,5 oder 3 Mio. € | nur im Rechner | eine Drohne mit Kamera je Vertrag |
| UNIQA Drohnen-Haftpflicht | 1 Mio. € | nur im Rechner | Klassen C0 bis C2, Kategorie Open |
Quelle: Produktseiten der Anbieter, Stand 16. September 2026. Die Prämien von AIR&MORE enthalten die Versicherungssteuer.
Dazu kommen 46,80 Euro für die Registrierung, auf drei Jahre gerechnet 15,60 Euro im Jahr. Eine Kameradrohne unter 250 Gramm kostet mit dem günstigsten Tarif also 55,56 Euro jährlich.
Rabatt gibt es bei AIR&MORE auf zwei Wegen: ÖAMTC-Mitglieder bekommen ab 3 Millionen Euro Versicherungssumme 10 Prozent, wer drei oder mehr Drohnen versichert, 30 Prozent Mengenrabatt. Der Mengenrabatt ersetzt dann den ÖAMTC-Rabatt, beide zusammen gibt es nicht.
Schäden an der eigenen Drohne zahlt keine Haftpflicht. Dafür gibt es eine Kaskoversicherung, bei AIR&MORE ab 111 Euro im Jahr für Geräte bis 10.000 Euro Neuwert. Bei einer Drohne um 500 Euro sind schon 111 Euro mehr als ein Fünftel des Kaufpreises, und das jedes Jahr. Für Einsteigergeräte rechnet sich das kaum.
Welche Versicherungssumme sinnvoll ist
Gesetzlich reichen 750.000 SZR. Die Versicherer weisen diesen Betrag eigens aus, auch wenn die Summe in Euro höher liegt: UNIQA bei 1 Million Euro, die Wiener Städtische bei 1,5 Millionen Euro.
Das Minimum ist auf die Haftung ohne Verschulden zugeschnitten. Wird bei einem Unfall, den Sie verschuldet haben, ein Mensch schwer verletzt, kommen Behandlung, Schmerzensgeld und Verdienstentgang zusammen. Eine Obergrenze gibt es dann nicht.
Mindestens 3 Millionen Euro. Bei AIR&MORE kostet der Schritt von 1 auf 3 Millionen Euro im privaten Tarif 21,09 Euro im Jahr. ÖAMTC-Mitglieder zahlen für 3 Millionen Euro rechnerisch 71,93 Euro.
Worauf Sie beim Tarif achten
Summe und Preis sind schnell verglichen. Ob ein Schaden bezahlt wird, entscheiden aber oft die Bedingungen.
Helvetia versichert privat genutzte Drohnen der Kategorie Open bis 5 Kilogramm, UNIQA die Klassen C0 bis C2. Der Mini-Tarif von AIR&MORE endet bei 450 Gramm. Wer später ein schwereres Modell kauft, muss den Vertrag anpassen.
Seit 1. September 2026 erlaubt § 24j Abs. 3 Luftfahrtgesetz in den Kategorien Open und Specific eine pauschale Versicherung für alle Drohnen eines Betreibers. In der Einzelpolizze der Wiener Städtischen stehen Hersteller, Modell und Seriennummer, wer die Drohne tauscht, lässt den Vertrag anpassen. Ihr Online-Tarif deckt eine Drohne mit Kamera, bei Flugmodellen ohne Sensor beliebig viele.
Leihen Sie die Drohne her, haften Sie als Halter weiter (§ 149 Abs. 2 Luftfahrtgesetz). UNIQA versichert alle verfügungsberechtigten Pilotinnen und Piloten, die Wiener Städtische die registrierte Halterin oder den Halter und berechtigte Benutzer.
Die Wiener Städtische deckt Europa, die außereuropäischen Mittelmeer-Anrainerstaaten, die Kanaren, Madeira und die Azoren. Der Mini-Drohnen-Tarif von AIR&MORE gilt laut Anbieter weltweit außer in den USA und Kanada.
Wer Menschen filmt und die Aufnahmen veröffentlicht, riskiert Ansprüche wegen verletzter Bild- oder Persönlichkeitsrechte. Helvetia kann reine Vermögensschäden durch Foto- oder Filmaufnahmen einschließen. AIR&MORE zahlt ab 3 Millionen Euro Versicherungssumme bis 7.500 Euro für Verletzungen der Privatsphäre.
Wer mit Luftaufnahmen Geld verdient, braucht einen Tarif, der das einschließt. Helvetia versichert nur private Nutzung. Bei AIR&MORE kostet der Tarif für private und gewerbliche Flüge mit 1 Million Euro Deckung 94,91 Euro im Jahr.
Fragen zur Drohnenversicherung
Muss ich die Polizze beim Fliegen dabeihaben?
Ja. Nach § 24j Abs. 4 Luftfahrtgesetz führen Sie bei jedem Flug den Nachweis über die aufrechte Versicherung und die Registrierungsbestätigung mit und zeigen beides auf Verlangen vor. Die Registrierungsnummer muss außerdem gut sichtbar auf jeder Drohne angebracht sein.
Was droht, wenn ich ohne Versicherung fliege?
Wer gegen das Luftfahrtgesetz verstößt, begeht eine Verwaltungsübertretung. § 169 sieht Geldstrafen bis 22.000 Euro vor, die Drohne kann für verfallen erklärt werden. Einen Schaden zahlen Sie dann aus dem eigenen Vermögen.
Braucht eine Drohne ohne Kamera unter 250 Gramm eine Versicherung?
Eine eigene Luftfahrt-Haftpflicht nur dann, wenn sie bei einem Aufprall mehr als 80 Joule überträgt, wie manche Racing-Drohnen. Sonst entfällt die Registrierung und mit ihr die Versicherungspflicht. Ob Ihre Privathaftpflicht so ein Gerät einschließt, steht in den Bedingungen.
Quellen zum Nachlesen
- RIS: § 24j Luftfahrtgesetz, unbemannte Luftfahrzeuge
- RIS: § 148 Luftfahrtgesetz, Drittschadenshaftung
- RIS: § 151 Luftfahrtgesetz, Haftungshöchstbeträge
- RIS: § 162 Luftfahrtgesetz, Anwendung des ABGB
- RIS: § 169 Luftfahrtgesetz, Strafbestimmungen
- EUR-Lex: Durchführungsverordnung (EU) 2019/947
- Austro Control Dronespace: Häufig gestellte Fragen
- Internationaler Währungsfonds: SDR-Wechselkurse
- durchblicker: Drohne in Österreich versichern
- Wiener Städtische: Drohnenversicherung
- Wiener Städtische: Fragen zur Drohnenversicherung
- GRAWE: Haftpflichtversicherung
- UNIQA: Drohnen-Haftpflichtversicherung
- Helvetia: Drohnenversicherung
- AIR&MORE: Drohnen-Haftpflichtversicherung Österreich
- AIR&MORE: Mini-Drohnen-Haftpflichtversicherung
- R+V: Drohnenversicherung
- ÖAMTC: Vorteilspartner AIR&MORE