Was eine eigene Privathaftpflicht kostet
Einen festen Preis auf der Produktseite nennen nur wenige Versicherer, darunter GRAWE und VAV:
| Anbieter und Tarif | Jahresprämie | Versicherungssumme | Geltung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| GRAWE sidebyside | 30,00 € | nicht angegeben | nicht angegeben | nur für Kundinnen und Kunden bis 25 Jahre, fixe Prämie |
| VAV Privathaftpflicht | 49,00 € | 10 Mio. € | weltweit | inklusive Tätigkeitsschäden, Ansprüche von Angehörigen, Mietsachschäden bis zu einem Monat Mietdauer; nach einem Jahr täglich kündbar |
| VAV Privathaftpflicht | 73,00 € | 30 Mio. € | weltweit | wie oben, mit dreifacher Summe |
Quelle: Produktseiten der Anbieter, Stand 16. September 2026.
Pro Monat sind das 2,50 bis rund 6 Euro. durchblicker nennt für eine private Haftpflicht mit gutem Schutz rund 50 Euro im Jahr, das deckt sich mit dem VAV-Tarif. Bemerkenswert ist der Aufpreis für mehr Deckung: Bei VAV kostet die Verdreifachung der Summe von 10 auf 30 Millionen Euro 24 Euro im Jahr.
Zurich und Getsafe nennen keinen Preis, sondern berechnen ihn online. Zurich gewährt bei Online-Abschluss bis 31. Dezember 2026 fünf Prozent Rabatt auf die laufende Prämie.
Kosten der Haushaltsversicherung: 140 Euro Unterschied
Wie weit die Prämien in Österreich auseinanderliegen, zeigt ein Vergleich der Arbeiterkammer Oberösterreich vom November 2025 mit 14 Haushaltsversicherungen. Die Vorgaben waren für alle gleich: eine 90 m² große Mietwohnung im Bezirk Linz-Land, eine 30 Jahre alte Versicherungsnehmerin oder ein 30 Jahre alter Versicherungsnehmer und eine Versicherungssumme nach Quadratmetern. Für den Hausrat waren Feuer, Sturm, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und Glasbruch versichert, dazu Neuwertersatz und Unterversicherungsverzicht. Die Privathaftpflichtversicherung deckte 1,5 Millionen Euro weltweit, ohne Verwandtenausschluss und mit Mietsach- und Tätigkeitsschäden.
| Versicherer | Produkt | ohne Selbstbehalt | Selbstbehalt | mit Selbstbehalt | Ersparnis |
|---|---|---|---|---|---|
| MUKI | Premium inkl. Frühjahrsbonus | 154,94 € | 200 € | 123,95 € | 20,0 % |
| HDI | Top-Heimvorteil | 162,75 € | 150 € | 122,07 € | 25,0 % |
| ERGO | Plus | 177,76 € | 150 € | 151,13 € | 15,0 % |
| Merkur | Optimum | 195,74 € | 200 € | 156,59 € | 20,0 % |
| VAV | Exklusiv | 201,68 € | 100 € | 186,55 € | 7,5 % |
| Wüstenrot | Premiumschutz | 203,15 € | - | - | - |
| Zürich | Medium | 219,55 € | 100 € | 186,62 € | 15,0 % |
| Helvetia | exklusiv | 237,76 € | 200 € | 190,21 € | 20,0 % |
| Donau | Plus | 241,54 € | 200 € | 193,24 € | 20,0 % |
| Oberösterreichische | Daheim Premium | 246,40 € | 150 € | 197,12 € | 20,0 % |
| Uniqa | Optimal | 263,49 € | 100 € | 198,16 € | 24,8 % |
| Allianz | Max | 269,66 € | 200 € | 204,31 € | 24,2 % |
| Generali | Premiumschutz | 288,56 € | 200 € | 225,09 € | 22,0 % |
| Wiener Städtische | Extra | 295,40 € | 200 € | 236,32 € | 20,0 % |
Quelle: Arbeiterkammer Oberösterreich, Stand November 2025, Jahresprämien inklusive Versicherungssteuer. Die Spalte Ersparnis ist aus den Prämien berechnet. Für Wüstenrot wurde keine Prämie mit Selbstbehalt angegeben.
Der günstigste Tarif kostet 154,94 Euro, der teuerste 295,40 Euro, umgerechnet 12,91 bis 24,62 Euro im Monat. Enthalten ist darin immer auch der Hausrat. Einen eigenen Preis für die Privathaftpflicht weisen die Versicherer nicht aus. Auch die Versicherungssumme für den Hausrat ergab sich je Anbieter anders, von 94.176 Euro bei Helvetia bis 600.000 Euro bei Uniqa. Vergleichen Sie deshalb nie nur die Prämie, sondern auch Leistungsumfang, Ausschlüsse und einen möglichen Dauerrabatt, wie die Arbeiterkammer rät.
Groß waren die Unterschiede schon früher. In einer Erhebung der Arbeiterkammer von 2022 für eine 90 m² große Wohnung in Wien kosteten die umfangreichsten Tarife ohne Selbstbehalt zwischen 114 Euro bei VAV und 268,73 Euro bei der Wiener Städtischen. Die Zahlen sind wegen anderer Vorgaben nicht direkt mit 2025 vergleichbar, das Muster ist aber ähnlich: 2022 verlangte der teuerste Anbieter das 2,4-Fache des günstigsten, 2025 das 1,9-Fache.
Rechnet sich ein Selbstbehalt?
Laut Arbeiterkammer Oberösterreich spart ein Selbstbehalt von etwa 100 bis 200 Euro bis zu 25 Prozent der Jahresprämie. Im Vergleich vom November 2025 fiel die Ersparnis sehr unterschiedlich aus: von 7,5 Prozent bei VAV bis 25 Prozent bei HDI, im Median 20 Prozent.
Ob sich der Selbstbehalt lohnt, hängt davon ab, wie oft Sie einen Schaden melden. Die Rechnung ist einfach: Selbstbehalt geteilt durch die jährliche Ersparnis ergibt, nach wie vielen schadenfreien Jahren er sich bezahlt gemacht hat.
| Beispiel | Selbstbehalt | Ersparnis pro Jahr | lohnt sich bei höchstens |
|---|---|---|---|
| Uniqa Optimal | 100 € | 65,33 € | 1 Schaden in 1,5 Jahren |
| Wiener Städtische Extra | 200 € | 59,08 € | 1 Schaden in 3,4 Jahren |
| VAV Exklusiv | 100 € | 15,13 € | 1 Schaden in 6,6 Jahren |
Eigene Berechnung aus den Prämien der Arbeiterkammer Oberösterreich, Stand November 2025. Annahme: Jeder gemeldete Schaden ist höher als der Selbstbehalt, der je Schadensfall voll anfällt.
Bei Uniqa lohnt der Selbstbehalt also schon, wenn Sie seltener als alle eineinhalb Jahre einen Schaden melden. Bei VAV erst, wenn zwischen zwei Schäden mehr als sechseinhalb Jahre liegen.
Dauerrabatt, Zuschläge und Kündigung
Dauerrabatt
Viele Verträge laufen zehn Jahre und enthalten dafür einen Rabatt. In der AK-Erhebung von 2022 vereinbarten sechs von elf Versicherern einen solchen Dauerrabatt: Allianz, ERGO, GRAWE, Helvetia, Wiener Städtische und Zürich. Wird vorzeitig gekündigt, kann der Versicherer einen Teil davon zurückverlangen.
Kündigen dürfen Sie trotzdem. Nach § 8 Abs. 3 VersVG können Verbraucher einen Vertrag, der länger als drei Jahre läuft, zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich mit einem Monat Frist kündigen. Die Rückforderung des Rabatts erlaubt das Gesetz grundsätzlich. Klauseln, bei denen die Rückzahlung mit jedem Vertragsjahr wächst, hat der OGH aber schon 2010 für gesetzwidrig erklärt, wie der VKI berichtet. Verlangt Ihr Versicherer einen Dauerrabatt zurück, lassen Sie die Forderung von der Arbeiterkammer oder dem VKI prüfen.
Unabhängig von der Laufzeit ist bei einem Wohnungswechsel laut VKI eine Kündigung der Haushaltsversicherung möglich. Ein Umzug ist damit ein guter Anlass, Prämie und Deckung neu zu vergleichen.
Zuschlag für monatliche Zahlung
Die Prämie ist eine Jahresprämie. Wer halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich zahlt, dem kann ein Unterjährigkeitszuschlag verrechnet werden. 2022 verrechneten ihn laut Arbeiterkammer Allianz und Zürich, Wüstenrot nur bei Zahlung mit Zahlschein, dann zehn Prozent bei monatlicher Zahlung. Eine Gebühr nur für die Zahlung per Zahlschein oder Überweisung ist dagegen seit 1. November 2009 verboten.
Schutz, den Sie vielleicht schon bezahlen
Bevor Sie einen eigenen Vertrag abschließen, lohnt ein Blick auf bestehende Mitgliedschaften und Verträge. Einen vollwertigen Ersatz für die Privathaftpflicht bietet keiner davon, jeder deckt nur einen Ausschnitt.
- Haushaltsversicherung der Eltern: Kinder sind dort oft bis 25 oder 27 Jahre mitversichert, solange sie weder einen eigenen Haushalt noch ein eigenes Einkommen haben. Die Details stehen unter Wer mitversichert ist.
- ÖH-Versicherung: Jedes ÖH-Mitglied ist über 70 Cent des ÖH-Beitrags pro Semester bei der Generali haftpflichtversichert, mit 1 Million Euro und ohne Selbstbehalt. Gedeckt sind aber nur Schäden im Rahmen des Studiums, etwa an der Uni, auf Exkursionen oder im Praktikum. Die Versicherung zahlt nur, wenn keine eigene Haftpflicht besteht oder diese den Schaden ablehnt, und gilt nicht in den USA, Australien und Kanada.
- Alpenverein: Die Mitgliedschaft enthält eine Haftpflichtversicherung bis 3 Millionen Euro, gültig in Europa, aber nur bei der Ausübung verschiedener Sportarten und mit 200 Euro Selbstbehalt bei Sachschäden.
- Kreditkarten mit Versicherungspaket: Sie bieten laut Arbeiterkammer Oberösterreich in der Regel eine weltweite Haftpflicht. Was genau gedeckt ist, steht in den Bedingungen Ihrer Karte.
Für Hunde gelten eigene Preise, VAV etwa verlangt für die Hundehaftpflicht 44 Euro im Jahr. Mehr dazu unter Hundehaftpflicht.
Fragen zu den Kosten
Was kostet eine Haftpflichtversicherung im Monat?
Als eigener Vertrag zwischen 2,50 Euro (GRAWE, für alle bis 25 Jahre) und rund 6 Euro (VAV mit 30 Millionen Euro Versicherungssumme). Eine Haushaltsversicherung samt Privathaftpflicht kostete im Vergleich der Arbeiterkammer Oberösterreich umgerechnet 12,91 bis 24,62 Euro im Monat. Zahlen Sie monatlich statt jährlich, verrechnen manche Versicherer einen Zuschlag.
Ist die Hundehaftpflicht im Preis der Haushaltsversicherung enthalten?
Nicht immer. Die Arbeiterkammer rät, beim Versicherer nachzufragen, wie hoch der Aufpreis für den Einschluss eines Hundes ist. Manche Tarife schließen einen Hund prämienfrei ein, andere nur gegen Mehrprämie.
Warum ist die Privathaftpflicht manchmal gratis?
Einige Versicherer geben sie zur Haushalts- oder Eigenheimversicherung ohne eigene Prämie dazu. Zurich etwa schreibt, die Privathaftpflicht sei in Kombination mit diesen Verträgen prämienfrei. Bezahlt wird sie dann über die Prämie des Hauptvertrags.
Quellen zum Nachlesen
- Arbeiterkammer OÖ: Haushaltsversicherungen im Vergleich (November 2025)
- Arbeiterkammer: Haushaltsversicherung, Erhebung 2022 (PDF)
- Arbeiterkammer OÖ: Haushaltsversicherung
- Arbeiterkammer: Haushaltsversicherung
- GRAWE: Haftpflichtversicherung
- VAV: Privathaftpflichtversicherung
- durchblicker: Haftpflichtversicherung
- RIS: § 8 Versicherungsvertragsgesetz
- VKI: Dauerrabattrückforderungen von Versicherungen
- konsument.at (VKI): Haushaltsversicherung, Kosten im Vergleich
- ÖH: ÖH-Versicherung
- Alpenverein: Weltweit versichert
- Arbeiterkammer OÖ: Haftpflicht für Radfahrer